Chronik „Demo für alle“ und „Besorgte Eltern“

Auf dieser Seite haben wir Aktivitäten der „Demo für alle“ und der Gruppierung „Besorgte Eltern“ und damit verwandte Ereignisse zusammengefasst.

Einordnung

Wer steckt hinter „Demo für alle“?

Die „Demo für alle“ ist ein von der katholischen Fundamentalistin Hedwig von Beverfoerde verantwortetes Aktionsbündnis, das insbesondere gegen LGBTIQ*-Rechte, eine moderne Sexualpädagogik und sexuelle Selbstbestimmung im Allgemeinen kämpft. Mitglieder des Aktionsbündnisses sind vorwiegend christliche Einzelpersonen und Organisationen.

Anfangs veranstaltet wurde die „Demo für alle“ von der Initiative Familien-Schutz, das dem Zivile Koalition e.V. angegliedert und im Büro von Beatrix von Storch (AfD) in Berlin angesiedelt ist. Verantwortlich war damals Beatrix von Storch (AfD), Sprecherin der Initiiative war Hedwig von Beverfoerde. Bei einer Veranstaltung hatte Beatrix von Storch angegeben, die „Demo für alle“ mitzuorganisieren, Hedwig von Beverfoerde bestritt dies später – wohl auch, um dem Vorwurf vorzubeugen, die „Demo für alle“ hätte mit der AfD etwas zu tun.

Im Mai 2015 wurde die „Demo für alle“ von der Initiative Familien-Schutz getrennt und wird seit Herbst 2015 von dem von Hedwig von Beverfoerde gegründeten Verein Ehe-Familie-Leben e.V. in Magdeburg organisiert, dem von Beverfoerde vorsteht. Die Initiative Familien-Schutz, für die inzwischen der Ehemann von Beatrix von Storch, Sven von Storch, verantwortlich zeichnet, wird weiter als Mitglied des Aktionsbündnisses „Demo für alle“ angegeben.

Der Gedanke zur „Demo für alle“ geht laut einem DAH-Arbeitspapier von Norbert Blech von 2016 auf einen Wunsch von Gabriele Kuby zurück – nach dem Vorbild der französischen Bewegung La Manif pour tous. Mehrmals trat Kuby bei der „Demo für alle“ auch als Rednerin auf. Am 11. Oktober 2015 wurde sie dort in Stuttgart als „große Vordenkerin“ vorgestellt und forderte in ihrer Rede „zivilen Ungehorsam“ gegen die „bodenlosen Abgründe der sexuellen Vielfalt“.

Wofür steht Gabriele Kuby?

In Homosexualität sieht die geschiedene Katholikin Gabriele Kuby eine „Störung der Geschlechtsidentität“. In ihrem Buch „Die globale sexuelle Revolution“, betont Kuby etwa, dass die Entscheidung der American Psychiatric Association (APA) Homosexualität nicht mehr als „psychische Krankheit“ einzustufen, „nicht das Ergebnis wissenschaftlicher Diskussion, sondern politischen Drucks“ getroffen wurde.

Im Zusammenhang mit der Diskussion über die Bildungsplänen schreibt Kuby, dass sie für sie die Akzeptanz sexueller Vielfalt, also von LGBTIQ*-Personen als gleichwertige Menschen, einen „Umsturz der moralischen Normen der Sexualität“ darstelle und dahingehend „eine professionalisierte Meinungsmanipulation im Dienste der Homo-Lobby“ in den Talkshows stattfände. Kuby möchte in so einem Rahmen auch darüber diskutieren lassen, ob „Kinder von Klein auf lernen, dass es ganz selbstverständlich ist, schwul, lesbisch, bi-sexuell, trans-sexuell, trans-gender, inter-sexuell, kurz queer zu sein“ – hier geht es also um die nackte Existenz und die Anerkennung von Menschen – und sie möchte dabei auch vermeintliche „physische und psychische Risiken des nicht-heterosexuellen Lebensstils“ in den Ring werfen.

Im Jahr 2014 trat Kuby bei einem Familienkongress für Großfamilien im Kreml in Moskau auf. Explizit lobt Kuby die russische Gesetzgebung gegen sog. „Homo-Propaganda“, die in der Öffentlichkeit sichtbare Homosexualität oder positive Äußerungen über Schwule und Lesben unter Strafe stellt. 

In einer Analyse der vor kurzem geleakten Agenda zur „Wiederherstellung der natürlichen Ordnung“, welche u.a. zum Ziel hat, Homosexualität EU-weit zu kriminalisieren, tauchen sowohl der Name Gabriele Kuby als auch der ihrer Tochter, Sophia Kuby, als für die Agenda Engagierte auf. 

Mehr über Kuby im Diskursatlas Antifeminismus und einem Beitrag von Wolfgang Brosche.

Überparteilich und nichts rechts?

Immer wieder wurde bei der „Demo für alle“ betont, dass man überparteilich sei. Diese Aussage wirft mindestens Fragen auf: Nicht nur wurde die „Demo für alle“ anfangs von Beatrix von Storch (AfD) aus deren Büro in Berlin mitorganisiert (s.o.), es waren auch auffallend oft Politiker*innen der AfD als Redner*innen eingeladen (s.u.). Bei den Wahlprüfsteinen der „Demo für alle“ wurde die AfD wiederholt als die einzige (oder eine von wenigen) wählbare(n) Partei(en) im Sinne der Positionen der „Demo für alle“ dargestellt.

Auch AfD-Politiker Markus Frohnmaier, dem Verbindungen ins rechtsextremistische Milieu nachgesagt werden, trat einmal als Redner auf. Bei den Demos wurden immer wieder Vertreter*innen rechtsextremer Organisationen oder Parteien gesichtet, darunter etwa von “Der III. Weg”, den Identitären oder der NPD. In diesem Umfeld wird die „Demo für alle“ auch beworben. Die rechte Zeitung „Junge Freiheit“ hat den Akteur*innen hinter der „Demo für alle“ immer wieder eine Plattform geboten, die auch gerne genutzt wurde. Die an der „Demo für alle“ beteiligte katholische Publizistin Birgit Kelle ist mit Felix Krautkrämer, dem Online-Chef der „Jungen Freiheit“, gar per Du.

Mindestens zwei Distanzierungen von Rechten gab es von offizieller Seite bei Facebook, z.B. am 21. Juni 2015 und am 26. Oktober 2016. Beide wurden von Anhängern der „Demo für alle“ jedoch auch kritisiert und etwa betont, NPD-Mitglieder seien etwa ja „für die gute Sache auf die Straße gegangen; nicht für Parteipolitik“.

Homophob? Wir doch nicht!

Und auch gegen den Vorwurf der Homophobie wehrte man sich lange. Immer wieder betonte Hedwig von Beverfoerde, dass sie eine Förderung der Akzeptanz von LGBTIQ*-Personen an Schulen ablehne, ja, diese gar verfassungswidrig halte und Toleranz, also ein (abwertendes) Ertragen / Dulden, genügen müsse. Was von Beverfoerde selbst unter Toleranz versteht, führte sie selbst am 20. November 2015 in einem Beitrag in ihrem öffentlich einsehbaren Profil bei Facebook aus: „Toleranz = Duldung eines Übels“, schrieb sie dort und erläuterte noch dazu: “Dulden tut man etwas, was von Übel ist, sei es objektiv übel oder subjektiv übel, jedenfalls übel”. Auch die Ehe für alle hält man bei der „Demo für alle“ für verfassungswidrig, weshalb man auch auf Bayern lange noch Druck ausgeübt hatte, doch noch zu klagen. 

2018

Weitere Aktivitäten und Ereignisse

  • 8.-15. September 2018: „Bus der Meinungsfreiheit“ gemeinsam mit CitizenGO (Regensburg, Dresden, Berlin, Fulda, Köln, Wiesbaden, Stuttgart, München).
    • Gewarnt wurde vor der Förderung der Akzeptanz von LGBTIQ*-Personen als gleichwertige Menschen im Unterricht – Zweck des Themas Vielfalt in den Bildungsplänen. Die Rede war u.a. von „übergriffiger Sex-Kunde“.
    • In einem Interview mit den Stuttgarter Nachrichten bezeichnete Hedwig von Beverfoerde den Geschlechtsverkehr von Schwulen und Lesben als „nicht gesund“, pathologisierte diesen damit also ganz im Sinne der Agenda Europe. Weiterhin geht aus dem Interview hervor, dass die „Demo für alle“ letztlich nur das eigene Schlafzimmer als Schutzraum für Homosexuelle („Praktiken und diese Lebensweise“) sieht. Homosexualität sehe man als „nicht als übliche Form der Sexualität an“. An Schulen sei dahingehend Zurückhaltung [gegenüber Heterosexuellen] geboten. Sexuelle Identität und sexuelle Praktiken – um die es bei der Akzeptanz von Vielfalt gar nicht geht – wurden dabei laufend wild durcheinander gewürfelt. 
    • Unser Fazit: Wer sich als LGBTIQ*-Person Mitschüler*innen zu erkennen gibt, was jeder Hetero selbstredend permanent ungefragt tut, soll im Zweifelsfall – unter dem Deckmantel des Kinderschutzes – im Falle von Mobbing oder Gewalt nicht auf die Rückendeckung durch Pädagog*innen zählen können. Für schwulen- und lesbenfeindlich hält man das alles nicht.
  • Am 19. April 2018 veröffentlichte das European Parliamentary Forum on Population &  Development (EPF) eine Analyse (PDF-Download) über die Agenda Europe. Zu den Aktivitäten der Agenda Europe werden darin auch die EU-Bürgerinitiativen „One Of Us“ und „Mum, dad & kids“ gezählt. In beide war Hedwig von Beverfoerde involviert. Auch die Agenda zur „Wiederherstellung der natürlichen Ordnung, die die EU-weite Kriminalisierung von Homosexualität zum Ziel hat, geht auf die Agenda Europe zurück. Gabriele Kuby und Sophia Kuby werden in dem Dokument beide namentlich als für die Agenda Europe Engagierte genannt.
  • Sog. „Symposium” der “Demo für alle” am 20. Januar 2018 in Kelsterbach bei Frankfurt
    • Es sollte “belegt” werden, dass die Ehe für alle verfassungswidrig sei. 
    •  Redner*innen v.a. aus dem christlich-fundamentalistischen Milieu, darunter. 
      • Prof. Dr. Jörg Benedict (Rechtswissenschaftler)
      • Dr. Christian Spaemann (katholischer Psychiater, DIJG)
      • Dr. Stephanie Merckens (ÖVP, österreichische Bischofskonferenz)
      • Birgit Kelle (katholische Publizistin, CDU-Mitglied)
      • Dr. Jakob Cornides (Beamter der EU-Kommission)
    • Die Veranstaltung war im wissenschaftlichen Sinne kein Symposium. Kritiker wurden von vornherein der Zutritt verweigert, Diskussionen fanden nicht statt.
  • Leak: Agenda zur “Wiederherstellung der natürlichen Ordnung”
    • EU-weit vernetzte katholische Fundamentalisten arbeiten an einer Agenda, um Homosexualität wieder EU-weit zu kriminalisieren. Ein entsprechendes Dokument wurde geleakt. In diesem Zusammenhang wird immer wieder der Name Sophia Kuby genannt, die Tochter der an der “Demo für alle” beteiligten katholischen Aktivistin Gabriele Kuby. Ihr Buch scheint für die Schreiber der Agenda als Vorlage gedient zu haben.
  • Massiver Protest und Petition der “Demo für alle” gemeinsam mit CitizenGO gegen eine Broschüre des Berliner Senats, die Kita-Erzieher*innen über sexuelle Vielfalt aufklären möchte, um Erzieher*innen für eventuelle Fragen zu wappnen, also z.B. Familien mit zwei Vätern oder Müttern oder Transsexualität.
  • Massiver Protest gegen die Aufklärungskampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung über sexuell übertragbare Infektionen. Der Vorwurf: Die BZgA-Kampagne sei „nichts anderes als eine Aufforderung, Sex zu haben, wann man will, wo man will und mit wem man will – ganz egal.“ Zudem werde das Schamgefühl von Kindern verletzt.

2017

Demonstrationen

  • „Bus der Meinungsfreiheit” der “Demo für alle” gemeinsam mit CitizenGO
    • Bus-Tour durch 9 (geplant 10) Städte, um sich für eine angeblich nicht vorhandene “Meinungsfreiheit” einzusetzen – wobei man unter “Meinung” eher die Diskriminierung und Abwertung nicht-heterosexueller Personen und Lebensentwürfe zu verstehen scheint und auf der Facebook-Seite Personen mit abweichenden Meinungen regelmäßig geblockt und dabei deren Kommentare gelöscht werden. Die Tour stieß auf nur geringes Interesse. Die am Bus gesichtete Personenzahl bewegte sich meist im niedrigen zweistelligen Bereich (inkl. der mit dem Bus angereisten Aktivisten).
    • Redner*innen waren u.a.:
      • Hedwig von Beverfoerde (“Demo für alle”)
      • Eduard Pröls (CitizenGO)
      • Mathias von Gersdorff (Aktion „Kinder in Gefahr“, DVCK e.V.)
    • Kooperation von „Demo für alle“ (Ehe-Familie-Leben e.V.) und dem katholischen Kampagnennetzwerk CitizenGO.
  • „Demo für alle“ am 25.06.2017 in Wiesbaden
    • Ca. 200 Teilnehmer*innen bei der „Demo für alle“, ca. 600 Gegendemonstrant*innen (Beobachter News
    • Redner*innen u.a.:  
      • Cornelia Kaminski (Vorsitzende Aktion Lebensrecht für Alle und Lehrerin, CDL Hessen)
      • Ludovine de la Rochére (Vorsitzende La Manif Pour Tous)
      • Leni Kesselstatt (Vorsitzende der Familienallianz Österreich)
      • Mathias von Gersdorff (Aktion „Kinder in Gefahr“, DVCK e.V.)
      • Birgit Kelle (katholische Publizistin, CDU-Mitglied)
    • Organisiert von: Ehe-Familie-Leben e.V. (Vorsitzende: Hedwig von Beverfoerde)

Weitere Aktivitäten und Ereignisse

  • Sog. „Symposium“ der sog. “Demo für alle” in Wiesbaden am 6. Mai 2017: „Sexualpädagogik der Vielfalt. Kritik einer herrschenden Lehre“.
    • „Belegt“ werden sollte, dass die Förderung der Akzeptanz sexueller Vielfalt (gemeint sind LGBTIQ*-Personen und Heteros) als gleichwertige Menschen rechtswidrig sei.
    • Redner*innen v.a. aus dem christlich-fundamentalistischen Milieu, darunter: 
      • Prof. Dr. Harald Seubert (evangelischer Theologe)
      • Prof. Dr. Christian Winterhoff (Rechtsanwalt, Gutachten für AfD-nahen Verein)
      • Dr. Teresa Nentwig (Institut für Demokratieforschung Göttingen)
      • Prof. Dr. Jakob Pastötter (Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung (DGSS))
      • Dr. Christian Spaemann (katholischer Psychiater, DIJG)
    • Die Veranstaltung war im wissenschaftlichen Sinne kein Symposium. Kritiker wurden von vornherein der Zutritt verweigert, eine kritische Auseinandersetzung fand nicht statt.
  • In der Jugendsendung „Kummerkasten“ beim TV-Sender KiKA wollte eine junge Zuschauerin wissen, was beim ersten Mal im Körper geschieht. Diese Frage wurde mit entsprechenden Illustrationen beantwortet. Die katholische Aktivistin Hedwig von Beverfoerde rief die Anhänger*innen ihrer „Demo für alle“ am 24. Februar 2017 empört zum Protest gegen den Sender auf, was einen Shitstorm auch bei Facebook zur Folge hatte. 
  • Hedwig von Beverfoerde wirbt am 2. Februar 2017 in ihrem öffentlich einsehbaren Profil bei Facebook für die „Operation Storm Heaven“ von Kardinal Raymond Leo Burke: Eine regelrechte Kriegserklärung „gegen die Übel in der Welt“. Die Teilnehmer verpflichten sich zum regelmäßigen Beten, auch „um den Ansturm der homosexuellen Revolution zu stoppen, um die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe zu verhindern“ (Screenshot). 

2016

Demonstrationen

  • „Demo für alle“ in Wiesbaden: 30. Oktober 2016
    • Ca. 2000 Teilnehmer*innen bei der „Demo für alle“, ca. 1000 Gegendemonstrant*innen (Zeit Online
    • Grußwort von Heinz-Josef Algermissen (Bischof, Fulda)
    • Redner*innen u.a.
      • Mechthild Löhr (Vorsitzende Christdemokraten für das Leben (CDL))
      • Mathias von Gersdorff (Aktion „Kinder in Gefahr“, DVCK e.V.)
      • Andreas Zweininger (Vorsitzender Freie Christliche Schule Wiesbaden e.V.)
      • Sabine Weigert (Sprecherin Elternaktion Bayern)
      • Prof. Manfred Spieker (Professor für christliche Sozialwissenschaften)
    • Organisiert von: Ehe-Familie-Leben e.V. (Vorsitzende: Hedwig von Beverfoerde)
  • „Demo für alle“ in München: 24. Juli 2016 (abgesagt)
  • „Demo für alle“ in Stuttgart: 28. Februar 2016
    • Ca. 4500 Demonstrant*innen bei der „Demo für alle“ (queer.de), „einige hundert“ Personen demonstrierten dagegen (Stuttgarter Nachrichten).
    • Redner*innen u.a.
      • Birgit Kelle (katholische Publizistin, CDU-Mitglied)
      • Ulrike Schaude-Eckert (Zukunft-Verantwortung-Lernen e.V.)
      • Andreas Laun (Weihbischof, Salzburg)
      • Hartmut Steeb (Evangelische Allianz Deutschland)
    • Organisiert von: Ehe-Familie-Leben e.V. (Vorsitzende: Hedwig von Beverfoerde)

Weitere Aktivitäten und Ereignisse

  • Wenige Monate nach dem Treffen mit der „Demo für alle“ hat Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) im Dezember den neuen bayerischen Bildungsplan unterschrieben. „Eine erste Durchsicht ergab, daß zentrale Punkte aus unserem Forderungskatalog, den wir dem Minister im September überreicht hatten, aufgenommen wurden“, freut sich Hedwig von Beverfoerde.
  • Die Europäischen Kommission hat am 11. Dezember 2015 die von christlichen Fundamentalisten initiierte europaweite Bürgerinitiative „Vater, Mutter, Kind“ (Mum, dad & kids) angenommen. Hedwig von Beverfoerde übernahm die Deutschland-Koordination. Ziel ist, 1 Mio. Unterschriften zu sammeln, um zu erreichen, dass die EU die Ehe als Verbindung aus Mann und Frau definieren müsse, der Begriff wie “Familie” und “Familienleben” sollen zudem nur noch (Hetero-)Eheleute, deren Kinder und direkte Verwandte umfassen.
  • Hedwig von Beverfoerde gab am 7. Dezember 2016 bekannt, aus der CDU ausgetreten zu sein, da sie als „treue Katholikin“ keine Heimat mehr habe in einer CDU unter Merkel. Zu deren „beachtlicher Bilanz des Schreckens“ zählt Beverfoerde u.a. eine „Gender- und Sexuelle-Vielfalts-Indoktrination unter CDU-Führung” (queer.de).
  • Nach dem Protest der „Demo für alle“ gegen den neuen bayerischen Bildungsplan, der u.a. erstmalig die Förderung der „Akzeptanz“ von LGBTIQ*-Personen enthielt, woran sich die „Demo für alle“ u.a. störte, traf sich Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) am 12. September 2016 mit Vertreter*innen der „Demo für alle“. Übergeben wurde Spaenle ein Forderungspapier, das für queer.de „an Volksverhetzung grenzt“.
  • Hedwig von Beverfoerde wies am 15. Februar 2016 bei kath.net darauf hin, dass die „Demo für alle“ und die AfD nichts miteinander zu tun hätten und Beatrix von Storch (AfD) nichts mit der „Demo für alle“ zu tun hätte. Anderslautende Behauptungen seien falsch. Beatrix von Storch (AfD) hatte bei einer Veranstaltung am 29. Januar 2015 noch selbst öffentlich gemacht, dass sie die „Demo für alle“ mitorganisiere. Hedwig von Beverfoerde war nach eigenen Angaben bis zum Oktober 2015 Leiterin der Initiative Familien-Schutz (Zivile Koalition e.V., für die zu dieser Zeit Beatrix von Storch (AfD) verantwortlich war,  heute: Sven von Storch). Laut Einschätzung von Andreas Kemper ist die Zivile Koalition „die politisch wirksamste christlich-fundamentalistische Kraft in der AfD“ (Quelle bei Wikipedia).  Im Mai 2015 habe von Beverfoerde laut eigener Angabe die „Demo für alle“ aus der Initiative Familien-Schutz herausgelöst, seit Herbst 2015 organisiere der von von Beverfoerde gegründete Verein Ehe-Familie-Leben e.V., dessen Vorsitzende Hedwig von Beverfoerde ist, die „Demo für alle“. Die Initiative Familien-Schutz wird weiter als Mitglied des Aktionsbündnisses „Demo für alle“ angegeben
  • Sog. „Symposium“ der sog. “Demo für alle” am 23. Januar 2016 in Stuttgart: „Sexualpädagogik der Vielfalt. Kritik einer herrschenden Lehre“
    • Redner*innen v.a. aus dem christlich-fundamentalistischen Milieu, darunter:
      • Dr. Tomas Kubelik (Gymnasiallehrer)
      • Prof. Dr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz (katholische Philosophin)
      • Dr. Jakob Pastötter (Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung (DGSS))
      • Prof. Dr. Manfred Spieker (Professor für christliche Sozialwissenschaften)
      • Dr. Raphael Bonelli (Neurowissenschaftler, laut eigener Vita verbinden ihn Freundschaften mit Mitgliedern des Opus Dei und der Legionäre Christi)
    • Die Veranstaltung war im wissenschaftlichen Sinne kein Symposium. Es gab praktisch nur eine Meinung, Diskussionen mit Kritikern fanden nicht statt.

2015

Demonstrationen

  • „Demo für alle“ in Stuttgart: 11. Oktober 2015
    • Ca. 5300 Personen demonstrierten bei der „Demo für alle“ (queer.de), ca. 400 demonstrierten dagegen (Frankfurter Rundschau).
    • Redner*innen u.a.
      • Christoph Scharnweber (Zukunft-Verantwortung-Lernen e.V.)
      • Gabriele Kuby (katholische Publizistin und Aktivistin)
      • Marcel (Bruderschaft des Weges)
      • Anette Schultner (Christen in der AfD)
      • Andreas Schumacher (Junge Alternative / AfD)
      • David Bendels (Konservativer Aufbruch, CSU)
    • Organisiert von: Ehe-Familie-Leben e.V. (Vorsitzende: Hedwig von Beverfoerde) 
  • „Demo für alle“ in Stuttgart: 21. Juni 2015
    • Ca. 4000 Personen bei der „Demo für alle“, ca. 250 demonstrierten dagegen (queer.de).
    • Redner*innen u.a. 
      • Dr. Thomas Jahn (Konservativer Aufbruch, CSU)
      • Heinz Veigel (Zukunft-Verantwortung-Lernen e.V.)
      • Karin Heepen (Bundesvorsitzende Bündnis C – Christen für Deutschland)
      • Jerome Brunet (La Manif pour Tous)
      • Dr. Malte Kaufmann (damals CDU, heute AfD)
      • Christoph Scharnweber (Evangelischer Arbeitskreis der CDU Heilbronn)
      • Lukas Kuhs (Familienausschuss AfD BW)
    • Organisiert von: unklar, wahrscheinlich Hedwig von Beverfoerde privat
  • „Demo für alle“ in Stuttgart: 21. März 2015
    • Ca. 1000 Personen bei der „Demo für alle“, ca. 500 demonstrierten dagegen (queer.de). 
    • Grußwort von Dr. Horst Schetelig (Verein Verantwortung für die Familie)
    • Redner*innen u.a.
      • Birgit Kelle (katholische Publizistin, CDU-Mitglied)
      • Josef Dichgans (Christdemokraten für das Leben (CDL))
      • Ludovine de la Rochère (La Maif pur tous)
      • Christoph Scharnweber (Evangelischer Arbeitskreis in der CDU Heilbronn)
      • Heinz Veigel (Zukunft-Verantwortung-Lernen e.V.)
      • Ulrike Walker (Schweizer Volkrsinitiative zum Schutz vor Sexualisierung im Kindergarten und Primarschule)
    • Organisiert von: Initiative Familien-Schutz (Zivile Koalition e.V., Beatrix von Storch (AfD), Sprecherin: Hedwig von Beverfoerde)
  • „Besorgte Eltern“ in Hamburg am 24. Januar 2015
    • Etwa 150 “Besorgte Eltern”, darunter viele Russlanddeutsche, demonstrieren gegen Sexualkunde an der Grundschule, etwa 1000 Gegendemonstranten protestieren dagegen.
    • Redner*innen u.a.:
      • Nikolaus Haufler (CDU)
  • „Besorgte Eltern“ in Augsburg am 19. Januar 2015
    • Etwa 80 “Besorgte Eltern” demonstrieren gegen Sexualkunde, etwa 100 Gegendemonstranten protestieren dagegen (Augsburger Allgemeine).

2014

Demonstrationen

  • „Demo für alle“ in Hannover: 22. November 2014
    • Ca. 500 Teilnehmer*innen bei der „Demo für alle“, ca. 300 – 400 Gegendemonstrant*innen (HAZ). 
    • Redner*innen u.a.:
      • Anette Schultner (Christen in der AfD)
      • Jürgen Liminski (Journalist)
      • Prof. Manfred Spieker (Professor für christliche Sozialwissenschaften)
      • Maria Steuer (Familiennetzwerk)
      • Eckhard Kuhla (Agens e.V.)
    • Organisiert von: Initiative Familien-Schutz (Zivile Koalition e.V., Beatrix von Storch (AfD), Sprecherin: Hedwig von Beverfoerde)
  • „Besorgte Eltern“ in Dresden am 15. November 2015
    • Redner*innen u.a.:
      • Jürgen Elsässer
    • Ca. 150-200 Demonstrant*innen, ca. 750 Gegendemonstrant*innen (Blaue Narzisse).
    • Mitorganisator: Compact Magazin (Jürgen Elsässer)
  • „Besorgte Eltern“ in Augsburg: 21. Oktober 2014
  • „Demo für alle“ in Stuttgart: 19. Oktober 2014
    •  Ca. 1500 Teilnehmer*innen bei der „Demo für alle“, ca. 500 Gegendemonstrant*innen (Beobachter News).
    • Redner*innen u.a.
      • Engül Köhler (Zukunft-Verantwortung-Lernen e.V.)
      • Karin Maria Fenbert (Kirche in Not)
      • Jérôme Brunet (La Manif Pour Tous)
      • Ilya Limberger (Erzpriester der russisch-orthodoxen Kirche in Stuttgart)
      • Anna Schupeck (AfD)
      • Markus Frohnmaier (AfD)
      • Joseph Dichgans (CDL)
    • Organisiert von: Initiative Familien-Schutz (Zivile Koalition e.V., Beatrix von Storch (AfD), Sprecherin: Hedwig von Beverfoerde)
  • „Demo für alle“ in Stuttgart: 28. Juni 2014
    • Grußworte u.a.:
      •  Bernd Kölmel (MdEP AfD, Landessprecher AfD in Baden-Württemberg) 
      • Josef Dichgans (Christdemokraten für das Leben (CDL) BW)
      • Ilya Limberger (Erzpriester russisch-orthodoxe Gemeinde in Stuttgart)
    • Redner*innen u.a.:
      • Gabriele Kuby (katholische Publizistin und Aktivistin)
      • Birgit Kelle (katholische Publizistin, CDU-Mitglied)
      • Prof. Hubert Gindert (Forum Deutscher Katholiken)
      •  Eckhard Kuhla (Vorsitzender Agens e.V.)
      •  Karl-Christian Hausmann (CDU, Arbeitskreises Familie CDU Stuttgart) 
    • Organisiert von: Initiative Familien-Schutz (Zivile Koalition e.V., Beatrix von Storch (AfD), Sprecherin: Hedwig von Beverfoerde)
  • „Besorgte Eltern“ in Frankfurt: 21. Juni 2014
  • „Demo für alle“ in Stuttgart: 5. April 2014
    • Ca. 600 Teilnehmer*innen bei der „Demo für alle“ (queer.de).
    • Redner*innen u.a.:
      • Gabriele Kuby (katholische Publizistin und Aktivistin)
      • Ulrike Walker (Schweizer Volksinitiative Ja zum Schutz der Kinder vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschulen) 
      • Pierre-Louise Santos (La Manif pour tous)
    • Organisiert von: Initiative Familien-Schutz (Zivile Koalition e.V., Beatrix von Storch (AfD), Sprecherin: Hedwig von Beverfoerde)
  • „Besorgte Eltern“ in Köln am 23. März 2014
    • Ca. 300 Personen demonstrierten, etwa 100 demonstrierten dagegen (Zeit Online)
    • Ordner der „besorgen Eltern“ griffen Gegendemonstranten an (report-K)
  • „Demo für alle“ in Stuttgart: 01. März 2014
    • Ca. 800 Teilnehmer*innen bei der „Demo für alle“ (queer.de).
    • Mehrere Demonstrant*innen mit AfD-Plakaten (queer.de).
    • Grußworte von von Christa Meves und Gabriele Kuby
    • Redner*innen:
      • Mathias von Gersdorff (Aktion „Kinder in Gefahr“, DVCK e.V.)
      • Karl-Christian Hausmann (stv. Kreisvorsitzender CDU Stuttgart-Ost)
      • Prof. Dr. Micha Bloching (Partei der Vernunft)
      • Alexej Tuchscherer (Partei „Die Einheit“)
      • Alexander Beresowski (AfD)
    • Organisiert von: Initiative Familien-Schutz (Zivile Koalition e.V., Beatrix von Storch (AfD), Sprecherin: Hedwig von Beverfoerde)
  • „Besorgte Eltern“ in Stuttgart: 1. Februar 2014
    • Ca. 700 Teilnehmer*innen bei den „Besorgten Eltern“, ca. 1000 Gegendemonstrant*innen (queer.de)
    • Abschluss der Veranstaltung mit dem Kirchenlied “Großer Gott wir loben Dich” 
  • „Besorgte Eltern“ in Köln: 18. Januar 2014

Weitere Aktivitäten und Ereignisse

  • 22. Juli 2014: Mathias von Gersdorff protestiert mit seiner “Aktion Kinder in Gefahr” gegen BRAVO
    • Der katholische Fundamentalist Mathias von Gersdorff, mit seiner “Aktion Kinder in Gefahr” an der sog. “Demo für alle” beteiligt, protestiert gegen das Jugendmagazin BRAVO wegen dessen Rubrik “Love School”. Von Gersdorff spricht von einer “Welt von Unmoral”. Ein Appell wird an Bundespräsident Gauck, Bundeskanzlerin Merkel und die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gestartet.
    • Der Verein TFP, für den von Gersdorff aktiv ist, wird von der Politiksoziologin und Rechtsextremismusforscherin Karin Priester als rechtsextreme Sekte eingestuft. 
    • Seite über Mathias von Gersdorff bei Wikipedia

2013

Weitere Aktivitäten und Ereignisse

  • Der katholische Realschullehrer Gabriel Stängle stört sich an dem geleakten Entwurf für den Bildungsplan von Baden-Württemberg und initiiert eine Petition dagegen. Christlich-fundamentalistische und rechte Kreise verbreiten die Petition. Am Ende hat diese 196.000 Unterzeichner*innen.

2009

Weitere Aktivitäten und Ereignisse

  • Erklärung „Für Freiheit und Selbstbestimmung – gegen totalitäre Bestrebungen der Lesben- und Schwulenverbände“. Als Reaktion auf die Kritik am “Internationalen Kongress für Psychologie und Seelsorge”, zu dem Homo-„Heiler“ eingeladen waren, wird darin an die „Wissenschaftsfreiheit“ appelliert und ein Recht auf „Therapie“ von Homosexualität verlangt. Maßgeblich daran beteiligt war die heute an der „Demo für alle“ beteiligte katholische Aktivistin Gabriele Kuby.   Viele spätere Unterstützer*innen der „Demo für alle“ oder daran Beteiligte haben unterzeichnet, darunter: Mathias von Gersdorff, Robert Spaemann, Vater des Psychiaters Christian Spaemann, Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, Gabriele Kuby, Prof. Dr. Harald Seubert, Prof. Dr. Manfred Spieker, der Salzburger Weihbischof Andreas Laun und auch Hedwig von Beverfoerde. (Zeit Online)

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